Montag, 5. November 2007

Leser ?

Mein PC speichert geduldig, was ich schreibe, was ich festgehalten haben möchte, überlistet in seiner Ordnung mein Gedankenchaos immer wieder - er spricht nicht, gibt meine Gedanken, eingelagert im Verborgenen, nicht wieder preis wenn ich sie suche - er ist schlichtweg kein Ort an dem Sprache sich wohl fühlen könnte. Handschriftlich in ein schönes Buch formuliert, wäre ihr wahrscheinlich wohliger zumute - ein Schatz zum Anfassen, zum Weglegen, Wiederfinden...zum Verloren gehen. Schauerlich der Gedanke jemand könnte diese Sammlung, eine Sammlung von lauter Bruchstücken meiner selbst, an sich nehmen, es verschwinden lassen, mich also gleichsam in Stücken weg tragen. Nein so wohnlich dieser Ort für Gedanken und Sprache selber auch sein mag, so viel Ausdruck, wie die Schrift, die sie festhielt ihr zur Unterstützung auch mitgeben könnte, alles was einmal geschrieben steht ist unwiederruflich da, kann nicht wieder entfernt werden, muss immer auf der Hut sein vor unlauteren Nachstellungen, ist manchmal sogar explizites Ziel.
Es muss einen anderen Weg geben, den Gedanken ein zu Hause zu geben, ein zu Hause mit so einer Art Fussmatte, die beim Betreten des Raumes alles mit hinein geschleppte sortiert, es für den Leser - diese "Einbrecher" müssen ja erwartet werden - vor sortiert, das ganz Persönliche vom Abstrakten trennt. Ja, das schien mir ein gangbarer Weg - sonst wäre ich jetzt nicht hier - er läßt mir das Meine, erwartet mich jedesmal am Eingang zum Kampf um das, was hier hin seinen Weg finden soll. Sicher wird man "MICH" auch darin wieder finden - wohl sortiert, auf der Hut vor dem Einbrecher, ihn ständig erwartend und beobachtend.
... Wenn er hineinkommt, sich nach den gelb-roten Blättern auf dem Boden beugt, den Herbst genauso mag wie ich, wenn er dann das schönste Blatt ausgewählt hat und es an sich nehmen möchte, könnte es hier und da passieren, dass der gefundene Gedanke, den er im Blatt zu erkennen glaubt, ihm im nächsten Augenblick durch einen Gedankenstrich "-" wieder entrissen wird.
Wenn er, der Leser, sich dann verlaufen hat im Dschungel der Blätter, sitze ich zufrieden auf dem großen Baum vor seiner Nase, schüttel die knorrigen Äste noch einmal und lege mich zufrieden in meine Astgabel zurück....so wie jetzt.

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