Donnerstag, 29. November 2007

Herbst

Blick auf die Terrasse. Versperrt durch einen Vorhang aus Wasser, endlos streben seine Fäden, verwoben durch immer neue Windböen das Vordach hinunter. Lichtreflexe in tausenden kleiner Wasserdiamanten, aufgereiht an unsichtbaren Schnüren, ein Film aus Gedankenbildern, ein Trommelwirbel wenn sie auf den Boden fallen. Manchmal öffnet sich der Vorhang, traurige Gestalten sitzen dahinter. Zusammengekauert, in der Hocke, die Beine angewinkelt, Schutz suchend hinter dem Tisch warten die Gartenstühle auf den ersten Frühlingstag.

Donnerstag, 22. November 2007

Nearly in the middle of the night

yes, going running into the middle of a snowy white field,
in the middle of the night
in the middle of falling frozen tears
yield by all the memories
white flakes, chasing thoughts around our heads
letting ourself grow hungry on the next year
And if the memories bury us, our curiosity digs a tunnel
thru this strawberry flavored night
to meet us in the middle, the middle of the field

But my head ist getting tired, it won´t snow this night
it´s alright, it´s a crazy world

- no waste of time

Dienstag, 13. November 2007

Seitennummern

Seitennummern sind doch einfach öde. In meinem Notizbuch gibt es keine, dafür aber jede Menge Spuren, Lebensspuren. Ungefähr zwei Zentimeter ordentlich gebundenes schweres weißes Papier, zwischen zwei mit dunkelblauem Leinen bezogenen Buchkkartondeckeln, natürlich in DIN A 5 Größe, sammelten alles was ich während seiner Zeit für notierenswert hielt. Lese ich es heute, hängt sein Wert eher von meinem Erinnerungsvermögen ab, Tabellen, Messwerte, Ideen, Gesprächsnotizen und derlei steht in sauberer Schrift neben Skizzen und Bildchen.
Wie schön war doch diese Buch, als es noch ganz weiß war. Wie schön wäre es, wenn es heute noch ganz weiß wäre, keine beschriebene Seite hätte - aber genau so viele Narben des Lebens mit sich tragen würde, wie jetzt. Der blaue Einband war fachmännisch mit einer uralten Zeitung überklebt - von einem Hobby-Buchbinder gefertigt. Die Zeitung hat heute einige kleine Löcher, ist hier und da auf dem täglichen Weg in die Handtasche abgeschabt. Abgewetzte Stellen, geben den Blick auf das darunter liegende frei - ich mag es, wenn dieses Buch so seine Erinnerungen erzählt. Die Seiten bleiben dabei ganz weiß, ohne jede Nummerierung.

Montag, 12. November 2007

...

Schönes Bild. Graz im Schnee, und Vorweihnachtskekse ..... habe in meinem Lieblingsblog gelesen. Die Ludgeri-Kirche hatte ich zuvor erwähnt - es gibt zwei die ich kenne, eine davon steht in Graz. Fast ein Jahr habe ich dort gelebt, habe dort wunderbare Menschen kennen gelernt. Und ja, die Arbeit trieb mich wieder an ein anderes Ufer.
Aber bei diesem Bild, dem Markt, dem Beerenpunsch, dem Glühwein und natürlich dem Schnee, ganz,ganz viel Schnee ;)) meldeten sich all die Menschen in meinen Gedanken zurück.... nur ich habe mich seit langem nicht mehr bei ihnen gemeldet. Wieso?
Kann ich das jetzt noch, ja sollte ich mir die Frage stellen ob ich es überhaupt noch darf. Es wäre nur ein mail, ein paar Zeilen, aber - aber was, loslassen sollst Du, sonst gibt es kein weiter, keine Entwicklung - aber auch keine Erinnerung, kein Woher und damit auch keine Wurzeln.
Ich weiß doch nicht mehr genau, wo dieser kleine Laden mit dem Indianerschmuck war, man ging zwei Stufen hinunter, durch eine kleine Holztüre in den Geschäftsraum. Irgendwo in der Fußgängerzone in Graz. Einen Ring hatte ich dort gekauft, solch einen der seine Farbe wechselt, je nach Gefühlslage. Jetzt zeigt er totale Entspannung an. Ein gutes Zeichen denke ich - ich schreibe mal wieder eine Geschichte an Dani in Graz.

Sonntag, 11. November 2007

Hydrierung

O - Öl zwischen zwei - O
es wird warm
ja, man könnte sogar meinen, heiß
drückend heiß am Ende

Die Versammlung beginnt
ein Tor öffnet sich
eine aufgeregte Menge
die Leichtigkeit schlechthin strömt hinein
aufgeregtes Durcheinander

OH - Rufe dringen aus der Menge heraus - OH
HO - nach einer Weile gleicht es einem Chor - OH
dem Versammlungsleiter reicht´s
HO - Rufe und Rufe wie - OH
begleiten das Öffnen des anderen Tors

Polyol strömt aus der Höhle


Warum habe ich nicht etwas Ordentliches gelernt, schreiben zum Beispiel , nicht dass Sie denken, mein Schreiben gefiele mir - und bitte keine Widerworte dazu. Nein, naturwissenschatliches musste es unbedingt sein - zu mehr dachte ich, sei mein Verstand nicht in der Lage - aber es beginnt zu langweilen. So sehr ich auch der Natur auf die Schliche komme, so sehr sich auch die Liste der Neuerungen verlängert, das große Geheimnis hinter allen Dingen scheint sich immer weiter zu entfernen.
Und dann lese ich Reiseberichte, lese von Fern- und Heimweh - Heimweh nach dem Weihnachtshund - er steht im Regal mit den DaistdieWeltnochinOrdnung-Büchern. Worte treffen sich zum Glühwein oder Punschtrinken auf dem Weihnachtsmarkt, dem Christkindlmarkt oder in Gedanken und feiern ihr Beisammensein. Kein Mikroskop hat solch einen scharfen Blick. Das Geheimnis scheint ein Scheinriese zu sein - heute ist er mir begegnet, ganz unvermittelt. Ein kleiner lieber Kerl. Mit Witz in den Augen. So klein, dass er durch die Buchstaben turnen kann und sich gerade hintern dem "G" versteckt.

Mittwoch, 7. November 2007

Verboten

....ist ein englisches Wort oder warum schreiben englische Tageszeitungen sonst "verboten", wenn sie verboten meinen? Sollte es verboten werden, Sprache in dieser Weise zu verändern? Wie steht es mit der Übersetzbarkeit?
Ich könnte ja argumentieren, dass Sprache so der Beliebigkeit ausgesetzt ist, Übersetzungen werden zur Definitionsfrage, sie enthebt sich der historischen Wurzeln.
Schlimmer empfinde ich aber meine Befürchtung, Sprache könnte ihre ureigenen Besonderheiten verlieren, ihr Geheimnis, das mich sie immer wieder gerne nutzen läßt könnte verblassen, verloren gehen. Langeweile käme auf, ich könnte es Leid werden deutsch zu schreiben, finge an auf englisch zu schreiben und wäre alsbald der gleichen Langeweile ausgesetzt.
Oder aber ist es so, dass gerade dieser Wandel besonderes Zeichen von Lebendigkeit ist, beginnen Gedanken dann nicht nur in Grenzen eingepfercht gedacht zu werden sondern gar international ausgetauscht zu werden. Ist es der Anfang, der erste Schritt babylonisches Stimmengewirr zu überwinden - ein verlockender Gedanke.
Ein grausiger Gedanke, denn wir verlören Pluralität, Neugierde auf Fremdes, Freude auf andere Sprache - wir verlören unsere Individualität - ich meine hier die Individualität des Denkens.

.... Nein, dies hier ist kein englischer Text, er ist in meiner Sprache geschrieben - und ich freue mich darauf einen anderen Gedanken in englisch denken zu können, oder italienisch, oder französisch.

Montag, 5. November 2007

Leser ?

Mein PC speichert geduldig, was ich schreibe, was ich festgehalten haben möchte, überlistet in seiner Ordnung mein Gedankenchaos immer wieder - er spricht nicht, gibt meine Gedanken, eingelagert im Verborgenen, nicht wieder preis wenn ich sie suche - er ist schlichtweg kein Ort an dem Sprache sich wohl fühlen könnte. Handschriftlich in ein schönes Buch formuliert, wäre ihr wahrscheinlich wohliger zumute - ein Schatz zum Anfassen, zum Weglegen, Wiederfinden...zum Verloren gehen. Schauerlich der Gedanke jemand könnte diese Sammlung, eine Sammlung von lauter Bruchstücken meiner selbst, an sich nehmen, es verschwinden lassen, mich also gleichsam in Stücken weg tragen. Nein so wohnlich dieser Ort für Gedanken und Sprache selber auch sein mag, so viel Ausdruck, wie die Schrift, die sie festhielt ihr zur Unterstützung auch mitgeben könnte, alles was einmal geschrieben steht ist unwiederruflich da, kann nicht wieder entfernt werden, muss immer auf der Hut sein vor unlauteren Nachstellungen, ist manchmal sogar explizites Ziel.
Es muss einen anderen Weg geben, den Gedanken ein zu Hause zu geben, ein zu Hause mit so einer Art Fussmatte, die beim Betreten des Raumes alles mit hinein geschleppte sortiert, es für den Leser - diese "Einbrecher" müssen ja erwartet werden - vor sortiert, das ganz Persönliche vom Abstrakten trennt. Ja, das schien mir ein gangbarer Weg - sonst wäre ich jetzt nicht hier - er läßt mir das Meine, erwartet mich jedesmal am Eingang zum Kampf um das, was hier hin seinen Weg finden soll. Sicher wird man "MICH" auch darin wieder finden - wohl sortiert, auf der Hut vor dem Einbrecher, ihn ständig erwartend und beobachtend.
... Wenn er hineinkommt, sich nach den gelb-roten Blättern auf dem Boden beugt, den Herbst genauso mag wie ich, wenn er dann das schönste Blatt ausgewählt hat und es an sich nehmen möchte, könnte es hier und da passieren, dass der gefundene Gedanke, den er im Blatt zu erkennen glaubt, ihm im nächsten Augenblick durch einen Gedankenstrich "-" wieder entrissen wird.
Wenn er, der Leser, sich dann verlaufen hat im Dschungel der Blätter, sitze ich zufrieden auf dem großen Baum vor seiner Nase, schüttel die knorrigen Äste noch einmal und lege mich zufrieden in meine Astgabel zurück....so wie jetzt.

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lichterkoenigin - 29. Nov, 10:28
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lichterkoenigin - 22. Nov, 09:01
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sokipan - 19. Nov, 22:41
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lichterkoenigin - 19. Nov, 10:27

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